Die erste Besiedlungsspuren wurden aus der Steinzeit gefunden, so Pfeilspitzen, Keile, Feuerstellen uvm.
Die germanischen Stämme zogen in der Zeit der Völkerwanderung im 3.-5.Jh gegen Süden, ihnen folgten die Slawen.
Der Stamm der Ranen siedelten sich an. Dieser Stamm befand sich in
ständiger Auseinandersetzung mit den Dänen.
Das vorpommersche Gebiet
gehörte zur slawischen terra (Verwaltungsbezirk) Pitina (ein Inseldorf im Pütter See und zum Bistum Schwerin.
Im Jahre 1168 unterlagen die Ranen dem Dänenkönig Waldemar I.. Die Dänen stürmten die Tempelburg am
Kap Arkona und christianisierten das Land. Rügenfürst Jaromar unterwarf
sich den Dänen und erhielt Rügen und ein Teil der Festlandküste als dänisches
Lehen zurück.
Es folgte eine starke deutschstämmige Einwanderung
in diesem Landstrich, vor allem aus Niedersachsen, Westphalen, Holland und
Flandern. Sie führten die Dreifelderwirtschaft ein und brachten den eisernen Pflug
mit, um die schweren Böden zu bearbeiten. Die Holländer brachten
Kenntnisse des Deichbaues und der Entwässerung mit.
Der Name Parow wurde 1263 erstmals beurkundet.
Im Juni 1316 fand im
"Hainholz" eine Schlacht statt.
Die Fürsten hatten die Bildung der Städte gefördert, so auch Stralsunds.
Diese wurden durch den Handel sehr stark. Nun wollte Wizlaw III. von Rügen stärker
am Gewinn der Stadt beteiligt sein. Herzog Erich von Sachsen-Lauenburg führte
als Verbündeter des Slawenfürsten Polen, Mecklenburger, Sachsen und eine Menge
kleinerer Fürsten vor der Stadt.
Eine Vorhut des Heeres der Fürstenkoalition schlug sein Lager im
"Hainholz" auf. Das Lager war völlig schlecht gesichert.
Die Stralsunder Bürger voran die Hutmacher, die ihren Pferden Filz um die Füße
gewickelt hatten, und ihre Verbündeten überraschten die Belagerer im
"Hainholz".
Der Herzog Erich, 24 Ritter und 11 Knappen wurde gefangen genommen und brachte
den Stralsunder ein Lösegeld von 16000 Mark ein. Mit diesem Lösegeld entstand
auch die Fassade des Rathauses von Stralsund. Wizlaw III konnte sich durch
die Sümpfe auf seiner Burg in Prohn retten. Nach der Vernichtung der Vorhut
legte die Hauptmacht der Fürsten ein Belagerungsring um Stralsund. Die
Belagerung wurde im Herbst 1316 aufgehoben. Erst am 02.Juni 1317 bestätigte
Wizlaw III. den Stralsundern ihre bisherigen Rechte und söhnte sich mit seiner
Stadt endgültig aus. Die Stadt Stralsund verzichtete zugunsten des Fürsten
Wizlaw III. und seiner Erben auf das Dorf Parow und des fürstliche Schloss zu
Prohn .
Nach Aussterben des rügenschen Fürstengeschlechts fielen die Küstengebiete 1325 an das Herzogtum Pommern unter dem Herzog Wartislaw IV. von Pommern-Wolgast.
1453 verleiht der Herzogs Wartislaw IX. von Pommern an den Bürger der Stadt Stralsund Matthias Lippe (von der Lippe) Landbesitz, unter anderem der Ort "Olden-Parow".Groß- und Klein-Parow waren ausschließlich steuerbares Bauernland.
Es gab eine kleine Kapelle am Strand, was aus
schwedischen Matrikelkarten zu entnehmen ist, diese war für beide Parow´s zuständig.
Es predigte ein Subdiakonus aus Stralsund. Nachzuweisen ist ein Pfarrer Matthias
Varnholtz zu Parow 1645, der eine Klage gegen N. Klünder zu Solkendorf, Gemeinde Klausdorf, wegen
Beleidigung und Bedrohung anlässlich der Suche nach seiner entlaufenen Magd
erhob.
Ende des 17. Jahrhunderts gingen die
Einwohner bisweilen nach Prohn und bisweilen nach Stralsund zur Kirche.
Durch den Westfälischer Friede 1648 wurde Stralsund
und Vorpommern schwedisch. Es wechselten sich die Besitzverhältnisse ständig,
die aber immer mit der Zugehörigkeit zu Schweden endete (1679, 1720).
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Unterscheidung in Groß- und Klein-Parow nicht mehr vorhanden.
1808 gab es eine französische Batterie in Parow, der Standort ist heute leide nicht mehr bekannt. Die Stadt Stralsund verweigerte die Brennholzlieferung an die Batterie mit dem Verweis an die Gouvernementskommission.
Erst 1815
wird Vorpommern preußisch. Die Preußen führten 1815/18 eine neue
Verwaltungseinteilung ein. Die alten Kreise wurden teilweise übernommen und
andere gebildet. Der Gutsbezirk Parow wurde wie bisher dem Landkreis
Franzburg zugeordnet und dieser gehörte nun zum
Regierungsbezirk Stralsund.
1928 wurde der Landkreis in Franzburg-Barth umbenannt.
1861 ersuchte der Fischer Chr.J.Heidtmann aus Parow um die Erlaubnis zur Einrichtung einer Heringsräucherei in der Brückenschanz des Dänholms
September 1907 - das 2.Artillerieregement mit ungefähr 40 Soldaten und
zwei Geschützen bezogen aus Oebelitz kommend in Parow Quartier. Wie lange sie
blieben ist leider nicht bekannt.
Schon am 20.12. und 21.12.1907 wurde durch ein Stralsunder Infanterie-Regiment
scharfes Gefechtsschießen nördlich von Parow durchgeführt.
Mit dem 01.10.1932 wurde der Regierungsbezirk Stralsund aufgelöst und alle Verwaltungen gingen zum Regierungsbezirk Stettin über, so auch die Gemeinde Kramerhof mit dem Ort Parow.
Carl Friedrich Freiherr von Langen war der bekannteste Vertreter seiner Familie. Er wurde 1928 Olympiasieger in Dressurreiten im Einzel und mit der Mannschaft in Amsterdam [mehr Info]. Sein autobiographisches Buch "Reitet für Deutschland", wurde 1941 von der UFA verfilmt. Hauptdarsteller waren Willy Birgel und Gerhild Weber.
1860 erfolgte der Gutshausbau. Dieses wurde in einer Mischung aus englischem und deutschem Stil in Form eines kleinen Schlosses erbaut. [mehr Info].
Am 25.September 1913 um 08:30 Uhr musste ein von Landskrona her kommender
schwedischer Bleriot - Eindecker wegen Treibstoffmangels auf der Parower
Feldmark notlanden. Dies war der erste Kontakt mit einem Motorflugzeug in dieser
Gegend.
Am
06.Juli 1944 stürzte Max Schnirring bei einem Testflug von dem Warnemünder Arado-Werk
auf einem Feld in der Nähe von Parow ab [weitere
Informationen].
In der weiteren Geschichte hat die Fliegerei für Parow eine besondere
Bedeutung.
1945 kamen viele Flüchtlinge aus den östlichen Gebieten
nach Parow, hauptsächlich waren es Frauen und viele Kinder. Sie wurden im Dorf
und auch im Fliegerhorst untergebracht.
Bis 1946 wurden die Felder des Freiherren gemeinschaftlich bestellt und
geerntet, das Vieh wurde verteilt.
Mit der Losung "Junkerland in Bauerhand" wurde die Bodenreform
durchgeführt. Es entstanden viele kleine Bauernwirtschaften. Unterstützt
wurden die Neubauern durch das Bauernhilfskomitee, das sich 1947/48 zur
Vereinigung der gegenseitige Bauernhilfe (VdgB) zusammenschloss. Die notwendige
Technik für das Bestellen und Ernten konnten sich die Bauern ab 1948 in den
Maschinenhöfe der VdgB ausleihen. Ab 1949 waren dies die
Maschinen-Ausleihstationen (MAS), die später umgewandelt wurden in Maschinen-
und Traktorenstation (MTS).
Später traten die Einzelbauern in die landwirtschaftlichen
Produktionsgenossenschaft (LPG) ein.